"Musik ohne Bordun ist wie ein Schiff ohne Steuermann."

Indisches Sprichwort

Andere Borduninstrumente

Sackpfeifen und Drehleiern sind zweifellos die bekanntesten Borduninstrumente, aber keineswegs die einzigen – populär ist natürlich das australische Didgeridoo, das als Borduntrompete für die traditionelle Musik der australischen Ureinwohner unerlässlich ist.

 

Doch manche Instrumente, die man früher als Borduninstrumente spielte, haben schlicht den Sprung in die Phase der Akkordisierung geschafft. Vor allem ist hier die Zither zu nennen, die sich aus dem Scheitholz entwickelt hat. Auf letzterem gab es Melodie- und Bordunsaiten, die alle zugleich mit einem Plektron angeschlagen wurden. Zithern dieser Art existieren heute noch in Norwegen (langeleik), in Frankreich (épinette des Vosges) und Ungarn (citera). Erst in der Biedermeierzeit wurden die Bordunsaiten der Zither in Akkord- und Harmoniesaiten umfunktioniert und das Instrument zu seiner heutigen Form entwickelt. Eine österreichische Bordunzitherkultur wartet noch auf ihre Wiederbelebung und würde die Volksmusik zweifellos bereichern.

 

Ähnlich verhält es sich mit der Maultrommel, die gleichzeitig auch ein Obertoninstrument ist. Die heute verbreitete Technik, verschieden gestimmte Maultrommeln zu verwenden, um Melodien möglichst akkordbereichert wiedergeben zu können, entstand im 18. Jahrhundert im Kreis damaliger Maultrommelvirtuosen. Davor war die Maultrommel ein reines Borduninstrument, wie sie es heute in verschiedensten globalen Maultrommelkulturen von Norwegen über Indien bis Sibirien ist.

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© Sonja & Michael Vereno